Versandleitfaden | Magnetverpackung
Praxisnahe Hinweise zur Verpackung, Lagerung, Abschirmung, Prüfung und zum Transport von Neodym- und Industriemagneten.

Das Verpacken und Versenden von Magneten mag einfach erscheinen: Magnete in einen Karton legen und versenden. Eine unzureichende Verpackung kann jedoch dazu führen, dass eine Sendung wochenlang vom Zoll zurückgehalten wird.
Tatsächlich ist der Versand von Magneten, insbesondere von starken Neodym-Magneten oder Magneten in Industriequalität, aufgrund ihrer großen magnetischen Streufelder aufwendig. Magnete sicher zu verpacken, ist nicht so einfach, wie es klingt; für die fachgerechte Handhabung ist häufig entsprechende Erfahrung erforderlich. Wegen der hohen magnetischen Kräfte ist beim Umgang mit Magneten besondere Vorsicht geboten.
Dieser Leitfaden erläutert auf Grundlage langjähriger Branchenerfahrung, wie Magnete fachgerecht verpackt und versendet werden.
Fangen wir an.
1. Magnete für den Versand verpacken
Die fachgerechte Verpackung ist beim Versand von Magneten entscheidend. Dabei spielen Art und Größe des Magneten keine Rolle. Wichtig ist vor allem, Bewegungen während des Transports zu verhindern und das Magnetfeld abzuschirmen.
1.1 Allgemeine Verpackungsregeln

- i. Zunächst muss das Magnetfeld beim Verpacken der Magnete abgeschirmt oder umgelenkt werden. Geeignet sind Stahlplatten, magnetische Abschirmfolie oder Blechdosen. Ohne geeignete Abschirmung können selbst kleine Neodym-Magnete die Kontrollgeräte am Flughafen beeinträchtigen.
- ii. Magnete sind mit Schaumstoffeinlagen fest zu fixieren und anschließend in stabilem Karton oder Luftpolsterfolie zu verpacken. Dadurch werden Verrutschen und Zusammenstöße verhindert, die das Beschädigungsrisiko während des Transports erhöhen.
- iii. Der dritte Schritt ist die obligatorische Streufeldprüfung. Mit einem geeigneten Magnetometer oder einem Kompass wird geprüft, ob das Magnetfeld über die Verpackung hinausreicht. Bewegt sich die Kompassnadel deutlich, muss die Abschirmung oder Anordnung der Magnete verbessert werden.
- iv. Abschließend ist das Paket so zu kennzeichnen, dass alle mit der Sendung befassten Personen informiert sind. Geeignete Hinweise sind beispielsweise „Magnetisiertes Material“ oder „Vorsicht: Magnete im Paket“. Dies unterstützt eine sichere Handhabung durch den Versanddienstleister.
1.2 Kleine und einzelne Magnete

- i. Kleine Magnete lassen sich vergleichsweise einfach versenden, erfordern jedoch geeignete Vorsichtsmaßnahmen. Jeder Magnet sollte einzeln in festem Schaumstoff oder Luftpolsterfolie verpackt werden, um seine magnetische Wirkung nach außen zu verringern.
- ii. Für zusätzlichen Schutz kann ein Metallbehälter eingesetzt werden. Die Magnete werden in einem Blechbehälter fixiert und dieser anschließend in einen größeren Karton eingesetzt, damit Stöße und Bewegungen während des Transports begrenzt werden.
1.3 Mehrere Magnete

- i. Werden mehrere Magnete gemeinsam versendet, müssen sie so angeordnet werden, dass sich ihre Magnetfelder möglichst weitgehend kompensieren. Hierzu werden abwechselnd entgegengesetzte Pole einander zugewandt. Dadurch verringert sich die resultierende Feldstärke der Verpackung.
- ii. Abstandhalter sind für die Trennung der Magnete unerlässlich. Zwischen den Magneten wird nichtmagnetisches Material oder dicker Schaumstoff eingesetzt, um ein gegenseitiges Anziehen zu verhindern.
- iii. Dieses Verfahren begrenzt das magnetische Streufeld. Anschließend werden die Magnete in einen Metallbehälter eingesetzt und vor dem Einlegen in den Versandkarton mit Abschirmblechen umgeben.
1.4 Große und starke Magnete

- i. Beim Verpacken großer und starker Magnete, beispielsweise Neodym-Magnete oder anderer Industriemagnete, ist eine fachgerechte Spezialverpackung erforderlich. Große Magnete sind gefährlich und erfordern besondere Vorsicht. Andernfalls können sie elektronische Geräte beschädigen, Finger quetschen oder aufgrund ihrer hohen Kraft Gegenstände aus der Umgebung anziehen.
- ii. Große, starke Magnete sind voneinander zu trennen. Zwischen den Magneten werden mindestens 50,8 mm (2 Zoll) dichter Schaumstoff oder eine Holzplatte eingesetzt, um die gegenseitige Anziehung zu verringern.
- iii. Große Magnete erfordern eine Metallabschirmung und einen gut sichtbaren Warnhinweis auf dem Paket, beispielsweise: ‘Starker Magnet – vorsichtig handhaben – von Metall und Elektronik fernhalten.’ Dieses Verfahren trägt außerdem zur Einhaltung der Versandvorgaben bei und macht alle Beteiligten auf die Gefahr aufmerksam.
2. Magnete richtig lagern

Vor dem Versand müssen Magnete sachgerecht gelagert werden. Die folgenden Hinweise sind bei der Lagerung zu beachten.
- · Kühle und trockene Umgebung: Lagern Sie Ihren Magneten stets an einem kühlen und trockenen Ort, da Feuchtigkeit insbesondere bei Neodym-Magneten Rost verursachen kann.
- · Stets Abstandhalter verwenden: Legen Sie stets Holzklötze oder Schaumstoff zwischen die angeordneten Magnete.
- · Von elektronischen Geräten fernhalten: Halten Sie sie von empfindlichen Geräten und metallischen Elektronikkomponenten fern.
- · Lagerbehälter kennzeichnen: Jeder, der sich den Behältern nähert, sollte wissen, was sich darin befindet. Kennzeichnen Sie sie daher immer ordnungsgemäß.
3. Versand von Magneten

Die Versandart für Magnete hängt vom Bestimmungsort und von der Stärke der zu versendenden Magnete ab. Jedes Versandunternehmen nutzt eigene Transportmethoden und -mittel. Welche davon zum Einsatz kommen, hängt vollständig vom Gewicht und von der Stärke des zu transportierenden Magneten ab.
3.1. Straßentransport (Lkw / Landweg)
- Merkmale: Wenige Einschränkungen; die meisten Logistikunternehmen können den Transport übernehmen.
- Keine strenge Prüfung des Magnetfelds erforderlich (anders als beim Lufttransport).
- Geringere Kosten; für Inlands- oder Kurzstreckentransporte geeignet.
- Die Verpackung muss stabil genug sein, um den Vibrationen während langer Fahrten standzuhalten.
Hinweise:
- Eine Polsterung mit Schaumstoff ist dennoch erforderlich, damit die Magnete nicht an den metallischen Innenwänden des Lkw haften.
- Verhindern Sie, dass Magnete miteinander kollidieren.
3.2. Schienentransport
- Merkmale: Ähnlich wie im Straßenverkehr gelten relativ lockere Vorschriften.
- Hohe Kapazität, gut für große Mengen und lange Transportstrecken geeignet.
- Die Verpackung muss stabil genug sein, um den Vibrationen während langer Fahrten standzuhalten.
3.3. Seefracht
- Merkmale: Bei internationalen Sendungen üblich; keine so strengen Beschränkungen für Magnetfelder wie bei Luftfracht.
- Günstigste Option für den Export großer Mengen.
- Keine umfangreiche Magnetfeldprüfung erforderlich.
- Längere Transportdauer (1–2 Monate).
- Eine Stahlabschirmung wird dennoch empfohlen, um Störungen anderer Fracht oder der Schiffsausrüstung zu vermeiden.
3.4. Luftfracht

Merkmale: Die strengsten Vorschriften gelten gemäß IATA-Verpackungsanweisung 953.
Anforderungen:
- In 4,6 m (15 ft) Entfernung muss das Magnetfeld unter folgendem Wert liegen: 0,00525 Gauß.
- Erfordert einen DGM-Bericht / IATA-Magnettestbericht.
- Schnellste Option (2–7 Tage).
- Hohe Prüf- und Verpackungskosten.
- Sehr starke Neodym-Magnete können abgelehnt werden.
3.5. Kurierdienst (DHL, FedEx, UPS)
Merkmale: Kombination aus Luft- und Landtransport.
Anforderungen:
- Muss die magnetische Prüfung bestehen; ein Prüfbericht ist vorzulegen.
- Eine geeignete Abschirmung ist erforderlich.
Am besten geeignet für: Kleine Mustersendungen oder dringende Lieferungen.
Nachteile: Teuerste Option.
Vergleichen
| Versandgewicht | Versandart |
| Kleine Muster/Eilzustellung | Luftfracht oder Kurierdienst (muss jedoch eine Magnetfeldprüfung bestehen, kostenintensiv). |
| Exporte großer Mengen | Exporte großer Mengen → Seefracht (am günstigsten, aber langsam). |
| Inland/Kurzstrecke | Inland/Kurzstrecke → Straße oder Schiene (flexibel, unkompliziert). |
4. Unterschiede zwischen Land- und Lufttransport
Im Vergleich zur Luftfracht ist der Landtransport häufig die einfachere Option, da die besonderen Anforderungen an magnetisierte Materialien im Luftverkehr entfallen. Die geeignete Transportart ist jedoch anhand von Strecke, Lieferzeit und geltenden Vorschriften festzulegen.
Luftfracht ermöglicht zweifellos eine schnellere Zustellung, birgt bei starken Magneten jedoch erhebliche Risiken.
Land- und Seetransporte können bei Industriemagneten kostengünstig und sicher sein und verursachen häufig weniger regulatorischen Aufwand als Luftfracht. Die Verpackung muss dennoch auf Magnetfeld, Gewicht und Transportweg abgestimmt werden.
5. Versandvorschriften und Compliance
Für jede Transportart gelten eigene Beschränkungen und Versandvorschriften. Ob Sie sich für Luftfracht oder ein anderes Landverkehrsmittel entscheiden: Jedes Unternehmen hat eigene Schutz- und Sicherheitsvorschriften.
Betrachten wir die gängigsten Vorschriften für Luftfracht und Landtransport …
A. Luftfracht (IATA / FAA)
Für Luftfracht bzw. Lufttransport gelten strenge Vorschriften und Bestimmungen, die ausnahmslos einzuhalten sind. (Was besagt der IATA-Bericht?)
- i. Die wichtigste Anforderung der IATA lautet, dass das Magnetfeld des Pakets in einem Abstand von 2,13 m (7 Fuß) zum Magneten unter 0,00525 Gauss liegen muss.
- ii. Prüfen Sie daher jedes Paket vor dem Luftversand oder verstärken Sie die Vorsichtsmaßnahmen.
- iii. Ist das Magnetfeld des Pakets zu stark, sollte statt Luftfracht ein Landtransport gewählt werden.
- iv. Wird Ihr Paket am Flughafen angenommen, kennzeichnen Sie es unbedingt als ‘Magnetized Material’, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
B. Vorschriften für Kurier- und Postdienste
- i. Für größere Sendungen mit DHL, USPS oder FedEx sind Dokumente für den internationalen Versand erforderlich.
- ii. Für den Versand eines großen und stärkeren Magneten wird eine MSDS-Dokumentation verlangt.
- iii. Jeder Frachtführer hat eigene Richtlinien. USPS lässt beispielsweise größere Magnete zu, sofern deren Feldstärke begrenzt wird. Ist das Paket nicht vorschriftsgemäß verschlossen, muss es vom Kurierdienst zurückgewiesen werden.
Häufig gestellte Fragen
1. Magnete für den Versand verpacken
Sichern Sie die Magnete für den Versand zunächst einzeln oder paarweise mit entgegengesetzten Polen. Legen Sie sie anschließend in einen großen Karton und polstern Sie alle Seiten dick mit Schaumstoff oder Pappe aus, um Abstand zu schaffen und das Magnetfeld zu begrenzen.
2. Magnete im Reisegepäck verpacken
Um Magnete für die Reise zu verpacken, trennen Sie sie mit nichtmagnetischen Materialien wie Karton oder Kunststoffboxen voneinander und legen Sie sie anschließend in einen stabilen äußeren Behälter. Polstern Sie sie mit Luftpolsterfolie oder Papier, um ein Verrutschen und die Bildung starker Magnetfelder zu verhindern.
3. So verwenden Sie ein magnetisches Akkupack
Richten Sie das magnetische Akkupack am MagSafe-Ring auf der Rückseite Ihres iPhone oder Ihrer MagSafe-kompatiblen Hülle aus. Es rastet magnetisch ein und startet den kabellosen Ladevorgang.
4. Wie lassen sich Magnete so verpacken, dass sie nicht aneinanderhaften?
Um zu verhindern, dass Magnete aneinander haften, legen Sie einen nicht magnetischen Trenner wie Kunststoff, Karton oder Folie zwischen sie. Alternativ können Sie sie mit einander zugewandten Gegenpolen lagern, um eine abstoßende Kraft zu erzeugen.
5. Wie schützt man Magnete vor Entmagnetisierung?
Damit die Magnete sicher bleiben, lagern Sie sie paarweise mit einander zugewandten Gegenpolen. Setzen Sie sie außerdem weder übermäßiger Hitze und starken Magnetfeldern noch starken Stößen oder korrosiven Umgebungen aus.
Referenz: Magnet-Wiki
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Senden Sie OSENC den Magnettyp, die Abmessungen, die Menge, den Bestimmungsort und die bevorzugte Transportart, damit die Versandanforderungen vor der Absendung geprüft werden können.
Ben — Osenc
Ben verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Permanentmagnetindustrie und arbeitet seit 2019 mit OSENC zusammen. Sein Schwerpunkt liegt auf kundenspezifischen NdFeB-Magneten, magnetischem Zubehör und Magnetbaugruppen.
Er unterstützt Kunden dabei, Anforderungen an Werkstoff, Beschichtung, Magnetisierung, Prüfung und Produktion eindeutig festzulegen. Dadurch werden Missverständnisse in der Kommunikation und unnötige Iterationen bei der Musterfertigung reduziert.


